Die Webseite steht, sie sieht ordentlich aus, und trotzdem klingelt das Telefon nicht. Das Kontaktformular bleibt leer. Das Geld für die Seite fühlt sich verloren an.
Die Ursachen dafür wiederholen sich von Betrieb zu Betrieb. Dieser Ratgeber nennt acht Gründe und sagt bei jedem, woran Sie ihn erkennen und was Sie ändern können. Davor steht eine Tabelle, mit der Sie eingrenzen, wo Sie anfangen, und ein Beispiel mit Zahlen aus unserer eigenen Search Console. Am Ende steht ein Plan für vier Wochen.
Warum bringt Ihre Webseite keine Kunden, fehlen Besucher oder Anfragen?
Ob Besucher oder Anfragen fehlen, zeigen zwei Quellen: die kostenlose Google Search Console mit Einblendungen und Klicks aus der Google-Suche und Ihre Besucherstatistik mit dem, was danach auf der Seite passiert.
Jeder der beiden Fälle braucht eine andere Lösung. Schauen Sie deshalb in die Zahlen, bevor Sie etwas ändern. Die Tabelle ordnet typische Befunde ihrer wahrscheinlichen Ursache zu.
Wie finden Sie in der Search Console heraus, was fehlt?
Sie öffnen den Bericht „Leistung“, schalten alle vier Kennzahlen ein und sehen sich die Suchanfragen einer einzelnen Seite an.
- Öffnen Sie in der Search Console links „Leistung“ und dann „Suchergebnisse“.
- Klicken Sie oben auf die vier Kästen, bis Klicks, Impressionen, durchschnittliche CTR und durchschnittliche Position alle farbig sind. Impressionen heißen in diesem Ratgeber Einblendungen.
- Wählen Sie als Zeitraum die letzten drei Monate. Kürzere Zeiträume zeigen bei kleinen Betrieben oft zu wenige Zahlen.
- Wählen Sie über „Neu“ den Filter „Seite“ und geben Sie die Adresse der Seite ein, die Anfragen bringen soll, zum Beispiel Ihre Leistungsseite.
- Wechseln Sie unten auf den Reiter „Suchanfragen“ und sortieren Sie nach Impressionen.
Jetzt sehen Sie, für welche Suchanfragen die Seite erscheint, auf welcher Position und ob jemand klickt. Eine Position über 10 heißt, dass im Schnitt mindestens zehn andere Treffer vor Ihrem stehen. Dort klickt kaum jemand, und ein besserer Seitentitel ändert daran wenig. Dann muss zuerst der Inhalt besser werden. Steht die Seite auf den Plätzen 1 bis 10 und bekommt trotzdem fast keine Klicks, suchen Sie die Anfrage selbst bei Google und sehen nach, was über Ihrem Treffer steht.
Ein Beispiel aus unserer eigenen Search Console
Für die Auswertung vom 31.08.2026 haben wir die 1.000 Suchanfragen, die die Search Console für ein Quartal exportiert, nach Position geordnet. Die Tabelle zeigt die beiden oberen Gruppen.
Die auffälligste Einzelzeile war „online shop agentur sindelfingen“, Position 1,3, 141 Einblendungen, kein Klick. Von den 1.000 Suchanfragen hatten nur 7 überhaupt einen Klick gebracht. Das ist die Zeile „Viele Einblendungen, fast keine Klicks“ aus der Tabelle oben.
Wir haben die Anfrage dann selbst gesucht. Über unserem Treffer standen zwei bis drei Anzeigen und die KI-Übersicht. Vermutlich wurde dort schon geklickt. Fünf Suchanfragen auf Platz 1 bis 3 sind eine kleine Stichprobe, und es sind unsere Zahlen, nicht Ihre. Sie passen aber zu den Zahlen von SISTRIX unter Grund 2. Für Ihre Seite heißt das: Sehen Sie bei so einer Zeile erst die Ergebnisseite an, bevor Sie Texte umschreiben.
1. Spricht Ihre Webseite über Sie statt über Ihre Kunden?
Wenn die Startseite mit der Firmengeschichte beginnt statt mit dem Problem, das Sie für den Besucher lösen, sucht der Besucher die Antwort woanders.
Vier Anzeichen sprechen dafür.
- Die Startseite beginnt mit „Willkommen bei [Firmenname]“ oder mit dem Gründungsjahr
- Die Navigation folgt internen Abteilungen statt den Fragen der Kunden
- Die Texte beschreiben Produkte, aber nicht, welches Problem sie lösen
- Nirgends steht, was der Kunde davon hat
Lesen Sie jeden Satz auf der Startseite und fragen Sie: Was hat der Kunde davon? Fällt Ihnen keine Antwort ein, schreiben Sie den Satz neu.
Prüfen Sie auch, ob die Seite alle Gruppen anspricht, von denen Ihr Geschäft abhängt. Bei einem Handwerksbetrieb können das Kunden und Bewerber sein, bei einem Logistikunternehmen Verlader und Fahrer. Wie eine Seite beide Gruppen ansprechen kann, beschreiben wir auf unserer Seite zum Webdesign für Logistikunternehmen.
2. Findet man Ihre Webseite bei Google, und klickt dann jemand?
Wer für seine wichtigsten Suchbegriffe nicht weit oben steht, bekommt über Google kaum Besucher. Selbst Platz 1 bekommt deutlich weniger Klicks, wenn eine KI-Übersicht darüber steht.
SISTRIX hat für Deutschland über 100 Millionen Suchbegriffe ausgewertet (Februar 2026, aktualisiert August 2026). Ohne KI-Übersicht klicken gut 27 Prozent der Suchenden auf den ersten Treffer. Steht eine KI-Übersicht darüber, sind es nur 11 Prozent. Solche Übersichten zeigt Google laut derselben Auswertung bei etwa jedem fünften Suchbegriff.
Um bei Google weiter oben zu stehen, brauchen Sie Suchmaschinenoptimierung: passende Suchbegriffe, eine technisch saubere Seite und Inhalte, die Fragen beantworten. Das dauert. Google schreibt selbst, dass manche Änderungen nach wenigen Stunden wirken und andere erst nach mehreren Monaten. Anders als bei Anzeigen zahlen Sie dann nicht für jeden Klick.
Wie das in echten Zahlen aussieht, zeigt das Beispiel aus unserer Search Console weiter oben. Platz 1 allein bringt noch keinen Klick.
Bei Suchen mit Ortsbezug zeigt Google zusätzlich oft eine Karte mit Unternehmensprofilen. Pflegen Sie deshalb beides, die Webseite und das Profil. Wie das geht, steht im Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.
Woher die Besucher kommen sollenNeben der Google-Suche gibt es Unternehmensprofil, Anzeigen, Empfehlungen und Verzeichnisse.
Online Kunden gewinnen vergleicht diese Wege mit Aufwand, Kosten und Zeithorizont.
3. Weiß der Besucher, was er als Nächstes tun soll?
Geben Sie jeder Seite einen gut sichtbaren Knopf, der sagt, was passiert, etwa „Angebot anfordern“ statt „Kontakt“.
Ein kleiner Menüpunkt „Kontakt“ sagt nicht, was nach dem Klick passiert. Setzen Sie den Knopf in den Bereich, der ohne Scrollen zu sehen ist, und wiederholen Sie ihn am Ende der Seite. Eine Telefonnummer, die sich auf dem Smartphone antippen lässt, gehört ebenfalls nach oben.
4. Welche Belege braucht Ihre Seite, damit Besucher Ihnen vertrauen?
Ihre Seite braucht echte Kundenbewertungen, Fotos von Ihnen und Ihrem Team, Beispiele Ihrer Arbeit und vollständige Kontaktdaten.
Eine Seite ohne Adresse, ohne Bewertungen und mit Fotos aus einer Bilddatenbank gibt dem Besucher keinen Grund, Ihnen Geld anzuvertrauen. Zeigen Sie deshalb:
- Kundenbewertungen, am besten mit Namen und Firma, wörtlich übernommen
- Referenzprojekte mit Bildern und einem Satz zum Ergebnis
- Zertifikate und Auszeichnungen, nur belegbare. Erfundene sind abmahnfähig
- Fotos von Ihnen und Ihrem Team statt Bildern aus einer Bilddatenbank
- Adresse, Telefonnummer und E-Mail, auf jeder Seite erreichbar
- Impressum und Datenschutzerklärung, die ohnehin Pflicht sind
Bewertungen werden gelesen. In der Umfrage von BrightLocal (Local Consumer Review Survey 2026) gaben 97 Prozent der Verbraucher an, Bewertungen über lokale Unternehmen zu lesen. 49 Prozent vertrauen ihnen so sehr wie einer Empfehlung von Menschen, die sie persönlich kennen. Befragt wurden 1.002 Erwachsene in den USA. Eine vergleichbar aktuelle Zahl für Deutschland liegt uns nicht vor.
5. Wie schnell muss Ihre Webseite laden?
Google stuft eine Seite als gut ein, wenn bei mindestens 75 Prozent der Aufrufe der größte sichtbare Inhalt (Largest Contentful Paint, LCP) nach höchstens 2,5 Sekunden dasteht.
Wie viel Geduld Besucher haben, zeigen Messungen aus dem Handel. Yottaa, ein Anbieter von Software für schnellere Onlineshops, hat über 500 Millionen Besuche auf mehr als 1.300 Onlineshops ausgewertet (Januar 2025). Nach Angaben des Anbieters springen bei Seiten, die länger als vier Sekunden laden, 63 Prozent der Besucher ab. Für Firmenseiten ohne Shop gibt es eine ältere Auswertung von Portent aus dem Jahr 2022. Bei den dort untersuchten B2B-Seiten war die Conversion-Rate nach einer Sekunde Ladezeit dreimal so hoch wie nach fünf Sekunden.
Messen Sie Ihre Ladezeit mit Google PageSpeed Insights oder mit dem Ladezeit-Check, der Ihre Seite gleich gegen bis zu drei Wettbewerber misst. Die häufigsten Bremsen sind zu große Bilder, zu viele Skripte von Drittanbietern, fehlendes Caching und langsames Hosting. Was sich dagegen tun lässt, steht im Ratgeber zur Pagespeed-Optimierung. Läuft die Seite auf einem System, das keine Updates mehr bekommt, rechnen Sie Reparatur und Neuaufbau gegeneinander.
6. Funktioniert Ihre Webseite auf dem Smartphone?
Ungefähr jeder zweite Besucher kommt mit dem Smartphone. Laut StatCounter kamen von Januar bis September 2026 in Deutschland je nach Monat zwischen 40 und 60 Prozent der Seitenaufrufe vom Smartphone, im September 59,8 Prozent.
Wer die Seite auf dem Handy nur mühsam bedienen kann, fragt eher nicht an. Dass sich das Layout an den Bildschirm anpasst, reicht nicht. Achten Sie auf diese Punkte:
- Kurze Absätze, die sich beim Scrollen erfassen lassen
- Knöpfe, die man mit dem Daumen trifft. Die Barrierefreiheitsrichtlinie WCAG 2.2 setzt auf Stufe AA mindestens 24 × 24 CSS-Pixel oder genügend Abstand zwischen den Zielen an, Google empfiehlt rund 48 Pixel
- Eine Telefonnummer, die sich antippen lässt
- Nichts, was seitlich über den Bildschirm hinausragt
- Formulare mit wenigen Feldern
Testen Sie die Seite auf echten Geräten, nicht nur in der Handyansicht des Browsers. Wer neu baut, entwirft am besten zuerst die Smartphone-Fassung. Wie das geht, zeigt der Ratgeber zu Mobile First.
7. Beantwortet Ihre Webseite die Fragen Ihrer Kunden?
Meist nicht, solange sie nur aus Startseite, „Über uns“ und Kontakt besteht. Zu den Fragen, die Kunden vor einem Auftrag stellen, braucht es eigene Seiten mit ehrlichen Antworten.
Viele Kunden suchen zuerst nach einer Lösung und erst danach nach einem Anbieter. Sie fragen etwa, was eine Wärmepumpe im Altbau kostet oder wie lange ein Badumbau dauert. Wer diese Fragen auf seiner Seite ehrlich beantwortet, kann über Google gefunden werden, bevor der Kunde nach Anbietern sucht.
Schreiben Sie die Fragen auf, die Sie am Telefon immer wieder hören, und beantworten Sie jede in einem eigenen Artikel. Jeder dieser Artikel ist eine weitere Seite, die bei Google erscheinen kann.
8. Wie bleiben Sie mit Interessenten in Kontakt, die noch nicht anfragen?
Mit einem Newsletter, einer Checkliste zum Herunterladen oder Anzeigen für frühere Besucher (Remarketing).
Viele Besucher fragen beim ersten Besuch nicht an. Sie vergleichen, schieben die Entscheidung auf, und nach ein paar Wochen haben sie Ihren Namen vergessen. Wer ihnen etwas Nützliches anbietet, etwa eine Checkliste, eine Preisübersicht oder eine kurze Prüfung ihrer Situation, bekommt eine E-Mail-Adresse und kann sich später wieder melden. Für Newsletter und für Anzeigen an frühere Besucher brauchen Sie in der Regel die Einwilligung der Besucher. Klären Sie das, bevor Sie so etwas einrichten.
Ein Plan für vier Wochen
Beginnen Sie mit dem, was jeder Besucher sieht und was sich am schnellsten ändern lässt, also mit dem oberen Bereich der Startseite und dem Kontaktweg. Fehlen Ihnen vor allem Besucher, ziehen Sie Woche 4 nach vorn.
Notieren Sie vorher die Zahlen des letzten Monats: Einblendungen und Klicks aus der Search Console, dazu Anrufe, Formulare und E-Mails mit Anfragen. Das ist Ihr Ausgangswert. Am Ende jeder Woche sehen Sie eine Zahl nach.
Woche 1, Startseite und Kontaktweg
- Schreiben Sie den ersten Satz der Startseite so, dass er sagt, was Sie für wen tun (Grund 1).
- Setzen Sie einen Knopf mit der Handlung in den oberen Bereich und wiederholen Sie ihn am Seitenende (Grund 3).
- Machen Sie die Telefonnummer auf dem Smartphone antippbar.
Am Ende der Woche sehen Sie nach, wie oft auf Knopf und Telefonnummer getippt wurde, falls Ihre Besucherstatistik das zählt. Sonst zählen Sie Anrufe und Anfragen von Hand.
Woche 2, Belege
- Bitten Sie zufriedene Kunden um eine Bewertung im Google-Unternehmensprofil (Grund 4).
- Stellen Sie zwei oder drei Arbeiten mit Foto und einem Satz zum Ergebnis auf die Seite.
- Ersetzen Sie Bilder aus Bilddatenbanken durch eigene Fotos.
Zählen Sie dann, wie viele neue Bewertungen dazugekommen sind und wie oft die Seite mit den Referenzen aufgerufen wurde.
- Kürzen Sie das Kontaktformular auf die Felder, ohne die Sie nicht antworten können.
- Messen Sie die Startseite in PageSpeed Insights in der Ansicht „Mobil“ und verkleinern Sie die größten Bilder (Gründe 5 und 6).
- Füllen Sie das Formular einmal selbst auf dem Smartphone aus.
Vergleichen Sie danach die Zahl der abgeschickten Formulare mit der Vorwoche und notieren Sie den LCP-Wert, den PageSpeed Insights jetzt für das Smartphone meldet.
Woche 4, Gefunden werden
- Veröffentlichen Sie einen ersten Artikel zu einer Frage, die Sie am Telefon oft hören (Grund 7).
- Vervollständigen Sie das Google-Unternehmensprofil mit Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten und Fotos (Grund 2).
- Reichen Sie die Adresse des neuen Artikels in der Search Console über die URL-Prüfung ein.
Zum Schluss sehen Sie im Unternehmensprofil nach, wie viele Anrufe und Website-Klicks es meldet, und in der Search Console, ob der neue Artikel schon Einblendungen hat. Bei der Google-Suche braucht das oft länger als eine Woche.
Fazit
Die meisten Ursachen können Sie selbst prüfen, mit der Search Console, Ihrer Besucherstatistik und einem Blick auf Ihr eigenes Smartphone.
Prüfen Sie zuerst, ob Besucher fehlen oder Anfragen. Fehlen Besucher, arbeiten Sie an Google-Suche, Unternehmensprofil oder Anzeigen. Kommen Besucher und fragen nicht an, schreiben Sie die Seite aus der Sicht Ihrer Kunden, zeigen Sie echte Belege und machen Sie den Weg zum Kontakt kurz. Ob eine Änderung gewirkt hat, sehen Sie nach einigen Wochen in denselben Zahlen, mit denen Sie angefangen haben.