Dieser Vergleich zeigt, wie Sie die Kosten über drei Jahre rechnen, wo Wix bei SEO Grenzen setzt, was Sie beim Wechsel mitnehmen und wann keines der beiden Systeme passt.
Wir bauen selbst Webseiten mit WordPress und mit Next.js und verdienen damit Geld. Deshalb stehen die Angaben zu Wix und WordPress mit Quelle im Text. Wo wir etwas einschätzen, steht das dabei. Die Empfehlungen in den letzten vier Abschnitten sind unsere Sicht als Anbieter.
Was ist der Unterschied zwischen Wix und WordPress?
Wix ist ein Homepage-Baukasten, den Sie mieten. WordPress ist freie Software, die Sie auf eigenem Hosting betreiben.
Wix bringt Editor und Hosting in einem Paket. Die Bedienung ist einfach, aber die Seite läuft nur auf den Servern von Wix. WordPress steht unter der freien Lizenz GPLv2 (oder später). Sie installieren es bei einem Hoster Ihrer Wahl, Dateien und Datenbank gehören Ihnen, und Sie können es beliebig erweitern. Dafür liegen Technik und Pflege bei Ihnen oder bei einem Dienstleister. Gemeint ist in diesem Vergleich die Software von WordPress.org, nicht der Mietdienst WordPress.com.
Wie rechnen Sie die Kosten von Wix und WordPress über drei Jahre?
Bei Wix zahlen Sie über drei Jahre vor allem Miete, bei WordPress vor allem die einmalige Erstellung und danach Hosting, Domain und Pflege.
Den Monatspreis von Wix nehmen Sie am besten direkt von der Preisseite, die Ihnen Wix für Deutschland anzeigt. Rechnen Sie ihn mal 36. Dazu kommen die Domain, bei Paketen mit Gutschein erst ab dem zweiten Jahr, und jede kostenpflichtige App. Auf der WordPress-Seite der Rechnung stehen die einmalige Erstellung, 36 Monate Hosting und drei Jahre Domain. Wenn Sie Updates und Sicherungen nicht selbst übernehmen, kommt eine WordPress-Wartung dazu.
Auf keiner der beiden Rechnungen steht Ihre eigene Arbeitszeit. Wer einen Baukasten selbst befüllt, verbringt damit Stunden, die ihm im Betrieb fehlen. Nach unserer Einschätzung liegen beide Wege nach drei Jahren deshalb näher beieinander, als der Monatsbetrag von Wix vermuten lässt. Der größere Unterschied liegt darin, was Ihnen danach gehört. Was eine Webseite vom Dienstleister kostet und wovon der Preis abhängt, steht im Ratgeber Was kostet eine Webseite?. Eine erste Zahl für Ihr Vorhaben liefert der Website-Kosten-Rechner.
Ist Wix schlechter für SEO als WordPress?
Bei den Grundlagen nicht, in der technischen Tiefe setzt Wix aber engere Grenzen als ein selbst betriebenes WordPress.
Seitentitel, Beschreibungen und sprechende Adressen stellen Sie in Wix ohne Umwege ein. Strukturierte Daten nimmt Wix nur im Format JSON-LD an, höchstens fünf Markups je Seite und jedes unter 7.000 Zeichen. Den Code der Vorlage und den Server können Sie nicht ändern. Die Ladezeit hängt damit zum großen Teil an Wix. Für eine lokale Visitenkarten-Seite reicht das nach unserer Einschätzung. Wer auf einer Seite mehr als fünf Markups braucht oder den Seitencode für kürzere Ladezeiten anpassen will, kommt bei Wix nicht weiter.
Bei WordPress haben Sie Zugriff auf jede Datei, jedes Schema-Markup und die Servereinstellungen. Mit sauberem Aufbau sind gute Core Web Vitals erreichbar. Das hilft aber nur, wenn jemand die Seite schlank baut. Ein WordPress mit zwanzig Plugins und einem schweren Theme kann langsamer sein als eine Wix-Seite.
Was nehmen Sie mit, wenn Sie Wix oder WordPress verlassen?
Von WordPress nehmen Sie die ganze Seite mit, von Wix nur Teile wie Kontakte, Produktdaten und selbst hochgeladene Bilder.
Für .de-Domains gilt auf beiden Wegen das Verfahren der DENIC. Der Anbieterwechsel läuft über einen AuthInfo-Code, der 30 Tage gültig ist. Stimmt der Code, zieht die Domain laut DENIC sofort um. Eine 60-Tage-Sperre nennt die DENIC nicht.
Bei Wix sind Sie Mieter. Design, Seitenaufbau und Code bleiben bei Wix, und gerade die machen Ihre Seite aus. Bei WordPress wechseln Sie Hoster, Dienstleister oder Design, ohne von vorn zu beginnen. Wenn Sie Ihre Webseite über Jahre ausbauen wollen, wiegt dieser Punkt nach unserer Einschätzung schwerer als der Monatspreis.
Kann ich später von Wix zu WordPress umziehen?
Ja, aber nur als Neuaufbau, denn Wix exportiert weder die Website noch die Blogbeiträge.
Die Seite entsteht in WordPress neu, die Inhalte werden übertragen. Kontakte, Produktlisten und CMS-Sammlungen holen Sie als CSV-Datei aus Wix, Ihre eigenen Bilder über die Medienverwaltung. Einen Export für Blogbeiträge bietet Wix derzeit nicht. Die Texte übertragen Sie von Hand oder mit einem Migrationswerkzeug eines Drittanbieters, dessen Ergebnis Sie Beitrag für Beitrag prüfen sollten. Je mehr Beiträge auf der Seite stehen, desto länger dauert das.
Danach leitet jede alte Adresse per 301-Weiterleitung auf die passende neue um. Solche dauerhaften Weiterleitungen kosten laut Google kein PageRank. Mit Schwankungen im Ranking sollten Sie trotzdem rechnen. Bei mittelgroßen Websites dauert es laut Google einige Wochen oder länger, bis nach und nach die neuen Adressen in den Suchergebnissen erscheinen.
Kann ich WordPress auf Wix übertragen?
WordPress selbst lässt sich auf Wix nicht installieren, weil Wix Websites nur mit eigener Technik auf eigenen Servern betreibt. Ihre Beiträge können Sie aber mitnehmen, und dieser Weg ist leichter als der umgekehrte. Wix importiert veröffentlichte Beiträge aus WordPress per Adresse oder XML-Datei, bis zu 5.000 in einem Durchgang. Unter anderem Schlagwörter, Kommentare, Autorennamen, Kontaktformulare und eigener Code kommen dabei nicht mit.
Ist Wix oder WordPress im Alltag leichter zu bedienen?
Für Einsteiger ist der Editor von Wix leichter, der Abstand schrumpft aber bei einer gut eingerichteten WordPress-Seite.
In Wix ziehen Sie Elemente mit der Maus an ihren Platz und sehen sofort das Ergebnis. Das WordPress-Backend zeigt dagegen viele Menüs, die Sie für die tägliche Pflege nicht brauchen. Wer die Seite aufsetzt, kann den Redaktionsbereich aber so einrichten, dass Sie nur Texte, Bilder und Beiträge sehen. Nach einer kurzen Einweisung ändern Sie diese Inhalte selbst, ohne Programmierkenntnisse.
Wann ist Wix die richtige Wahl?
Wix passt, wenn die Seite klein bleibt und vor allem als Visitenkarte dient, etwa für einen Betrieb, der seine Aufträge über Empfehlungen bekommt.
- Sie betreiben einen Verein oder eine private Seite.
- Sie wollen eine Geschäftsidee testen, bevor Sie Geld in eine individuell gebaute Webseite stecken.
- Ihr Betrieb soll bei Google zu finden sein, muss dort aber nicht gegen viele Wettbewerber antreten.
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Wann ist WordPress die richtige Wahl?
WordPress passt, wenn Ihre Webseite Anfragen über Google bringen und über Jahre wachsen soll.
- Sie wollen für jede Leistung eine eigene Seite anlegen, etwa für Badsanierung, Heizung und Notdienst.
- Später sollen ein Blog, eine zweite Sprache oder ein Shop dazukommen.
- Hoster und Dienstleister wollen Sie wechseln können, ohne von vorn anzufangen.
Wann passt keines von beiden?
Keines von beiden passt, wenn sich Ihre Inhalte selten ändern und Ladezeit und Sicherheit Vorrang haben.
Dann ist eine individuell entwickelte Webseite, etwa mit Next.js, eine Alternative. Plugin-Updates fallen weg, die eingesetzten Bibliotheken brauchen aber weiterhin gelegentlich Updates. Nach unserer Einschätzung bietet sie weniger Angriffsfläche. Ohne angebundenes Redaktionssystem ändern Sie Inhalte dann allerdings nicht selbst. Die Abwägung steht im Vergleich WordPress oder Next.js.
Fehlt Ihnen die Zeit für das Thema, ist die Systemfrage zweitrangig. Dann lassen Sie die Seite bauen und liefern nur Texte und Bilder.
Sollten Sie Wix oder WordPress nehmen?
Wir raten meist zu WordPress, wenn Ihr Unternehmen über Google Anfragen gewinnen will und dort gegen Wettbewerber antritt. Für eine reine Visitenkarte mit kleinem Budget reicht Wix.
Wer die Seite später erweitern, umgestalten oder zu einem anderen Dienstleister mitnehmen will, braucht ein System, das sich erweitern und mitnehmen lässt. Bei Wix geht ein Wechsel nur als Neuaufbau. Und wenn Sie mit Ihrer Wix-Seite zufrieden sind und keine Anfragen über sie erwarten, gibt es keinen Grund zu wechseln.