Homepage-Baukästen versprechen dasselbe: eine professionelle Webseite in wenigen Stunden, ohne Vorkenntnisse, für kleines Geld. Zehntausende deutsche Unternehmen nutzen sie — und viele wechseln nach ein, zwei Jahren frustriert zur professionellen Lösung. Damit Sie diese Schleife nicht drehen müssen, vergleichen wir die vier großen Anbieter ehrlich — und beantworten die wichtigere Frage: Ist ein Baukasten für Ihr Vorhaben überhaupt der richtige Weg?
Die vier großen Baukästen im Überblick
Wix: der Funktionsriese
Wix bietet den größten Funktionsumfang der Baukasten-Welt: hunderte Vorlagen, App-Markt, ordentliche SEO-Grundlagen und inzwischen viele KI-Helfer. Die Kehrseite: Der Editor wird bei wachsenden Seiten unübersichtlich, einmal gewählte Vorlagen lassen sich nicht wechseln, und die Business-Tarife liegen schnell bei 20 bis 40 Euro monatlich. Wer viel will, zahlt dauerhaft viel — und bleibt trotzdem Mieter.
Jimdo: der einfache Deutsche
Jimdo aus Hamburg ist der einfachste Einstieg: geführte Erstellung, deutsche Oberfläche, deutscher Support, DSGVO-freundliche Grundeinstellungen. Dafür ist der Funktionsumfang der kleinste im Vergleich — wer mehr will als eine schlichte Visitenkarten-Seite mit Kontaktformular, stößt früh an Grenzen. Für Vereine und Nebengewerbe oft genau richtig, für wachsende Unternehmen selten.
Squarespace: der Design-Spezialist
Squarespace liefert die schönsten Vorlagen der Branche — Fotografen, Kreative und Gastronomen bekommen mit wenig Aufwand einen eleganten Auftritt. Schwächen: Die Plattform ist spürbar auf den US-Markt ausgerichtet, deutsche Rechtsanforderungen (Impressum, Cookie-Consent) erfordern Nacharbeit, und die SEO-Möglichkeiten bleiben hinter Wix zurück. Design top, deutscher Unternehmensalltag mittel.
IONOS: der Günstige mit Grundausstattung
Der IONOS-Baukasten (MyWebsite) punktet mit niedrigen Einstiegspreisen, deutschem Hosting und Telefonsupport. Die Vorlagen und der Editor wirken gegenüber Wix und Squarespace einen Schritt zurück, der Funktionsumfang ist begrenzt. Solide für den schnellen, günstigen Start — mit denselben strukturellen Grenzen wie alle Baukästen.
| Anbieter | Website als Ganzes exportierbar? | Was Sie einzeln mitnehmen | Belegstelle beim Anbieter (geprüft 11.08.2026) |
|---|---|---|---|
| Wix | Nein. Wix schreibt: „Since Wix is a SaaS solution, your site must run on Wix's servers.“ | Kontakte als CSV, bis zu 50.000 auf einmal, wahlweise Regular, Google oder Outlook CSV. CMS-Collections als CSV. Blogbeiträge nicht: „Currently, it is not possible to export blog posts to other platforms.“ | Wix Hilfe-Center, „Exporting or Embedding Your Wix Site Elsewhere“, „Exporting Your Contacts“, „CMS: Exporting Content from Your Collection“, „Exporting Blog Posts to Other Platforms“ |
| Jimdo | Keine belastbare Angabe. | Keine belastbare Angabe. | Nicht prüfbar: Jimdos Hilfe- und Rechtsseiten waren am 11.08.2026 nicht öffentlich abrufbar (HTTP 403). Wir behaupten hier nichts, was wir nicht selbst gelesen haben. |
| Squarespace | Teilweise. Export als .xml-Datei im WordPress-Format. | Nicht im Export enthalten: Stil-Einstellungen und eigenes CSS, mehr als eine Blogseite, Produkt-, Video- und Audio-Blöcke, Entwürfe, Inhalte in seitenspezifischen Kopf-, Fuß- und Seitenleistenbereichen sowie ganze Seitentypen sind ausgenommen, darunter Shop-, Portfolio-, Index-, Album-, Cover- und Kalenderseiten. | Squarespace Hilfe-Center, „Deine Website exportieren“ |
| IONOS | Nein. IONOS schreibt: „For technical reasons, website projects created with a website builder from IONOS cannot be used outside the IONOS infrastructure.“ | Kein Datenexport. IONOS verweist auf manuelles Speichern jeder Seite im Browser oder die Kopiersoftware HTTrack. Lizenzen für Bilder aus dem IONOS-Pool sind nicht übertragbar. | IONOS Hilfe, „Website builders: Overview of export options“ |
Was alle vier verschweigen: die strukturellen Grenzen
- Sie mieten, statt zu besitzen. Bei Kündigung ist die Seite weg — kein Export, kein Umzug, kein Eigentum. Jahre an Inhalten und Verbesserungen gehören der Plattform, nicht Ihnen.
- Die Kosten enden nie. 10 bis 40 Euro monatlich klingen harmlos — über fünf Jahre sind das 600 bis 2.400 Euro für ein gemietetes Ergebnis. Eine gekaufte professionelle Webseite kostet einmalig ab 1.990 € und gehört Ihnen.
- SEO mit Deckel. Die Grundlagen funktionieren, aber gegen Wettbewerber mit professionellen Seiten fehlen die technischen Stellschrauben: Code-Kontrolle, strukturierte Daten in der Tiefe, Ladezeit-Optimierung.
- Ihre Zeit steht auf keiner Rechnung. Der Baukasten ist nur dann günstig, wenn Ihre Abende nichts wert sind. Rechnen Sie Ihre Eigenbau-Stunden zu Ihrem eigenen Stundensatz. Wer 50 Stunden investiert, liegt bei 40 Euro pro Stunde schon bei 2.000 Euro — mehr als eine professionelle Webseite ab 1.990 Euro Festpreis kostet. Bei schwaecherem Ergebnis.
