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Leitfaden · 5 Min. Lesezeit

ONLINE KUNDEN GEWINNEN.

Welche Kanäle bringen als mittelständisches Unternehmen wirklich Anfragen — und welche kosten vor allem Zeit? Eine nüchterne Einordnung, auch dort, wo die Antwort nicht lautet: beauftragen Sie eine Agentur.

Kurz erklärt

Online Kunden gewinnen Sie über drei Hebel: gefunden werden, Vertrauen erzeugen, den Kontakt leicht machen. Am schnellsten wirken ein vollständiges Google-Unternehmensprofil und echte Bewertungen — beides kostenlos. Eine neue Website lohnt sich erst, wenn Besucher da sind, aber keine Anfragen daraus werden.

Die meisten Ratgeber zu diesem Thema zählen zwölf Kanäle auf und empfehlen alle. Das ist bequem geschrieben und für Sie wertlos: Als Unternehmen mit fünfzehn Mitarbeitern und ohne Marketingabteilung können Sie nicht zwölf Kanäle bespielen. Sie können zwei. Höchstens drei.

Deshalb sortiert dieser Leitfaden anders — nach der Frage, was bei begrenzter Zeit tatsächlich Anfragen bringt. Auch wenn dabei Kanäle schlecht wegkommen, mit denen wir selbst Geld verdienen könnten.

Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Kanal. Es ist, drei Kanäle halbherzig zu bespielen statt einen richtig.

Die Kanäle im ehrlichen Vergleich

Vier Größen entscheiden, ob ein Kanal zu Ihnen passt: Wie lange dauert es bis zur ersten Anfrage, wie viel Geld kostet er laufend, wie viel Ihrer Zeit frisst er, und wie lange hält die Wirkung an, wenn Sie aufhören.

KanalErste Anfragen nachLaufende KostenIhr ZeitaufwandWirkung nach Stopp
Google-UnternehmensprofilTagen bis Wochenkeinegeringbleibt
Empfehlungen aktiv einholenWochenkeinegeringbleibt
Google AdsStundenhoch, dauerhaftmittelsofort weg
Suchmaschinenoptimierung3–6 Monatenmittelmittelhält lange an
KaltakquiseTagenkeinesehr hochsofort weg
Social MediaMonatenkeinesehr hochverfällt schnell
BranchenverzeichnisseWochengering bis hochgeringbleibt

Die Tabelle erklärt, warum pauschale Empfehlungen scheitern. Wer nächste Woche Aufträge braucht, ist mit Ads oder Akquise richtig und mit SEO falsch. Wer in zwei Jahren unabhängig von Werbebudget sein will, genau umgekehrt.

Fangen Sie hier an, nicht bei einer neuen Website

Das klingt aus dem Mund einer Webagentur seltsam, ist aber die ehrliche Reihenfolge: Bevor Sie über eine neue Website nachdenken, holen Sie zwei Dinge nach, die nichts kosten.

Das Google-Unternehmensprofil

Bei lokalen Suchen entscheidet oft nicht Ihre Website, wer angerufen wird, sondern der Eintrag in der Kartenansicht. Ein vollständig ausgefülltes Profil mit echten Fotos, korrekten Öffnungszeiten, gepflegter Leistungsliste und regelmäßigen Beiträgen kostet Sie einen Nachmittag und danach zehn Minuten im Monat.

Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Text umsetzen, dann diese. Details stehen in unserem Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.

Bewertungen — systematisch, nicht zufällig

Die meisten Unternehmen bitten nie um eine Bewertung. Sie bekommen deshalb welche von Unzufriedenen, die von sich aus schreiben, und keine von den Zufriedenen, die es gern täten, wenn man sie fragte.

Was in der Praxis funktioniert

Fragen Sie im Moment der größten Zufriedenheit — direkt nach der Übergabe, nicht drei Wochen später per Serienmail. Und schicken Sie den direkten Link mit, statt „bewerten Sie uns doch bei Google" zu sagen. Der Unterschied in der Rücklaufquote ist erheblich.

Wann sich eine neue Website wirklich lohnt

Nicht immer. Es gibt Fälle, in denen Ihr Geld anderswo besser aufgehoben ist, und wir sagen das im Erstgespräch auch.

Ihre SituationSinnvoller nächster Schritt
Sie haben Besucher, aber kaum AnfragenDie bestehende Seite überarbeiten — meist fehlt Struktur, nicht Design
Sie haben kaum BesucherSichtbarkeit zuerst: Unternehmensprofil, SEO oder Ads
Ihre Seite lädt langsam oder wirkt veraltetRelaunch — hier zahlt sich Neubau meist schnell aus
Sie haben noch gar keine SeiteErst eine schlanke, gute Seite — nicht die große Lösung
Ihr Geschäft läuft rein über EmpfehlungEine solide Visitenkarten-Seite genügt oft

Der zweite Fall ist der häufigste und der am meisten missverstandene. Eine schönere Website bringt keine zusätzlichen Besucher — sie macht nur mehr aus denen, die ohnehin kommen. Wer bei fünfzig Besuchern im Monat eine neue Seite baut, hat danach eine schöne Seite mit fünfzig Besuchern.

Rechnen Sie vorher nach

Wie viele Besucher haben Sie heute im Monat, und wie viele Anfragen daraus? Wenn Sie das nicht wissen, ist die erste Investition kein Design, sondern eine funktionierende Messung. Ohne sie lässt sich hinterher nicht sagen, ob etwas gewirkt hat.

Was eine Website leisten muss, damit sie Kunden bringt

Zwischen „existiert" und „gewinnt Kunden" liegen vier Dinge. Keines davon ist Geschmackssache.

Erkennbar sein, was Sie tun — in drei Sekunden

Der häufigste Fehler auf Mittelstandsseiten ist die Begrüßung. „Herzlich willkommen auf unserer Webseite" sagt niemandem, was Sie anbieten und für wen. Oben gehört hin, was Sie tun, für wen, und was der Besucher als Nächstes tun soll.

Gefunden werden

Eine Seite ohne Sichtbarkeit ist ein Prospekt in der Schublade. Welche Begriffe Ihre Kundschaft eingibt, ob Ihre Seite dafür überhaupt eine Seite hat, ob sie schnell lädt — das entscheidet, ob jemand ankommt. Grundlagen dazu in unserem Local-SEO-Leitfaden.

Vertrauen erzeugen, bevor jemand anruft

Echte Projektbeispiele, echte Namen, echte Bewertungen. Ein Gesicht statt eines Stockfotos. Klare Preise oder wenigstens eine Größenordnung — Seiten, die den Preis verschweigen, verlieren genau die Interessenten, die sich ihn leisten könnten und keine Lust auf ein Verkaufsgespräch haben.

Den nächsten Schritt leicht machen

Ein Kontaktformular mit elf Pflichtfeldern ist eine Hürde, kein Angebot. Machen Sie den ersten Schritt so klein wie möglich: eine Telefonnummer, die auf dem Handy anrufbar ist, ein Terminlink, ein Formular mit drei Feldern.

Was das kostet

Damit Sie planen können, hier unsere tatsächlichen Preise statt einer Spanne von „1.000 bis 50.000 €":

LeistungPreisWofür sinnvoll
WordPress-Webseiteab 1.990 €Solider Auftritt, selbst pflegbar
Individuelles Webdesignab 2.490 €Eigenständiger Auftritt statt Template
Umfangreiche Unternehmensseiteab 4.990 €Mehrere Leistungen, CMS, erweiterte SEO
Laufende SEO-Betreuungab 790 €/MonatWenn Sichtbarkeit dauerhaft wachsen soll

Alle Preise sind Festpreise und Endpreise — gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Eine Einordnung für Ihren Fall gibt Ihnen unser Kosten-Rechner in vier Fragen.

Die Reihenfolge, die wir empfehlen

Wenn Sie bei null anfangen und begrenzte Zeit haben, in dieser Reihenfolge:

  1. Google-Unternehmensprofil vervollständigen. Kostet nichts, wirkt am schnellsten.
  2. Bewertungen systematisch einholen. Zehn echte Bewertungen verändern die Wahrnehmung mehr als jedes Design.
  3. Messung einrichten. Ohne Zahlen ist alles Weitere geraten.
  4. Die Website auf Anfragen ausrichten. Erst jetzt — und mit dem Wissen aus Schritt 3.
  5. Einen Sichtbarkeits-Kanal wählen. SEO für den Aufbau, Ads für sofortige Anfragen. Nicht beides halb.

Punkt eins bis drei können Sie ohne uns umsetzen, und das ist ausdrücklich so gemeint. Wenn Sie danach feststellen, dass die Website der Engpass ist, sprechen wir darüber.

Unklar, wo bei Ihnen der Engpass liegt?

In 15 Minuten sortieren wir das gemeinsam — kostenlos und ohne Verkaufsgespräch. Wenn die Antwort lautet, dass Sie uns nicht brauchen, sagen wir Ihnen das.

Häufige Fragen

Wie gewinne ich als kleines Unternehmen online Kunden?+
Beginnen Sie mit dem Google-Unternehmensprofil und systematisch eingeholten Bewertungen — beides kostet nichts und wirkt bei lokalen Suchen am schnellsten. Erst danach lohnt sich die Arbeit an der Website, und zwar mit einer eingerichteten Messung, damit Sie hinterher wissen, ob es gewirkt hat.
Was bringt schneller Anfragen: SEO oder Google Ads?+
Google Ads liefert Anfragen innerhalb von Stunden, hört aber sofort auf, wenn das Budget endet. SEO braucht in der Regel drei bis sechs Monate, wirkt danach aber weiter, ohne dass pro Klick gezahlt wird. Wer kurzfristig Auslastung braucht, nimmt Ads; wer unabhängig werden will, SEO. Beides gleichzeitig halbherzig ist die teuerste Variante.
Brauche ich für mehr Kunden eine neue Website?+
Nicht zwangsläufig. Wenn Sie Besucher haben, aber wenige Anfragen, liegt es meist an Struktur und Ansprache — das lässt sich oft am Bestand beheben. Wenn Sie kaum Besucher haben, ist eine neue Seite der falsche erste Schritt: Sie wäre dann eine schönere Seite mit derselben geringen Besucherzahl.
Lohnt sich Social Media für ein B2B-Unternehmen?+
Es ist der zeitintensivste Kanal mit der kürzesten Halbwertszeit. Für Handwerk und lokale Dienstleistung kann er funktionieren, wenn ohnehin Bildmaterial anfällt. Für erklärungsbedürftige B2B-Leistungen bringen Suchmaschinen und Empfehlungen in der Regel mehr pro investierter Stunde.
Wie viele Besucher brauche ich für regelmäßige Anfragen?+
Das hängt von Ihrer Branche und der Qualität der Besucher ab, nicht nur von der Menge. Entscheidend ist die Passung: Hundert Besucher, die gezielt nach Ihrer Leistung in Ihrer Region suchen, sind mehr wert als tausend zufällige. Deshalb steht die Messung vor jeder Maßnahme.

Quellen

  1. 01Google Unternehmensprofil — Hilfe und RichtlinienGoogle
  2. 02Search Essentials — Grundlagen der Google-SucheGoogle Search Central
  3. 03§ 19 Umsatzsteuergesetz — KleinunternehmerregelungBundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz

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Erkan Arifi

Erkan Arifi

Autor

Gründer & Geschäftsführer — Arifi Media Solutions

Erkan Arifi ist Webdesigner und SEO-Experte aus Auenwald im Rems-Murr-Kreis. Mit seiner Agentur Arifi Media Solutions unterstützt er Unternehmen in der Region Stuttgart dabei, mit modernen Webseiten und datengetriebener Suchmaschinenoptimierung online sichtbar zu werden. Seine Spezialgebiete sind Next.js-Entwicklung, Performance-Optimierung und Local SEO.

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