Die meisten Ratgeber zu diesem Thema zählen zwölf Kanäle auf und empfehlen alle. Das ist bequem geschrieben und für Sie wertlos: Als Unternehmen mit fünfzehn Mitarbeitern und ohne Marketingabteilung können Sie nicht zwölf Kanäle bespielen. Sie können zwei. Höchstens drei.
Deshalb sortiert dieser Leitfaden anders — nach der Frage, was bei begrenzter Zeit tatsächlich Anfragen bringt. Auch wenn dabei Kanäle schlecht wegkommen, mit denen wir selbst Geld verdienen könnten.
Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Kanal. Es ist, drei Kanäle halbherzig zu bespielen statt einen richtig.
Die Kanäle im ehrlichen Vergleich
Vier Größen entscheiden, ob ein Kanal zu Ihnen passt: Wie lange dauert es bis zur ersten Anfrage, wie viel Geld kostet er laufend, wie viel Ihrer Zeit frisst er, und wie lange hält die Wirkung an, wenn Sie aufhören.
| Kanal | Erste Anfragen nach | Laufende Kosten | Ihr Zeitaufwand | Wirkung nach Stopp |
|---|---|---|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | Tagen bis Wochen | keine | gering | bleibt |
| Empfehlungen aktiv einholen | Wochen | keine | gering | bleibt |
| Google Ads | Stunden | hoch, dauerhaft | mittel | sofort weg |
| Suchmaschinenoptimierung | 3–6 Monaten | mittel | mittel | hält lange an |
| Kaltakquise | Tagen | keine | sehr hoch | sofort weg |
| Social Media | Monaten | keine | sehr hoch | verfällt schnell |
| Branchenverzeichnisse | Wochen | gering bis hoch | gering | bleibt |
Die Tabelle erklärt, warum pauschale Empfehlungen scheitern. Wer nächste Woche Aufträge braucht, ist mit Ads oder Akquise richtig und mit SEO falsch. Wer in zwei Jahren unabhängig von Werbebudget sein will, genau umgekehrt.
Fangen Sie hier an, nicht bei einer neuen Website
Das klingt aus dem Mund einer Webagentur seltsam, ist aber die ehrliche Reihenfolge: Bevor Sie über eine neue Website nachdenken, holen Sie zwei Dinge nach, die nichts kosten.
Das Google-Unternehmensprofil
Bei lokalen Suchen entscheidet oft nicht Ihre Website, wer angerufen wird, sondern der Eintrag in der Kartenansicht. Ein vollständig ausgefülltes Profil mit echten Fotos, korrekten Öffnungszeiten, gepflegter Leistungsliste und regelmäßigen Beiträgen kostet Sie einen Nachmittag und danach zehn Minuten im Monat.
Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Text umsetzen, dann diese. Details stehen in unserem Ratgeber zum Google-Unternehmensprofil.
Bewertungen — systematisch, nicht zufällig
Die meisten Unternehmen bitten nie um eine Bewertung. Sie bekommen deshalb welche von Unzufriedenen, die von sich aus schreiben, und keine von den Zufriedenen, die es gern täten, wenn man sie fragte.
Fragen Sie im Moment der größten Zufriedenheit — direkt nach der Übergabe, nicht drei Wochen später per Serienmail. Und schicken Sie den direkten Link mit, statt „bewerten Sie uns doch bei Google" zu sagen. Der Unterschied in der Rücklaufquote ist erheblich.
Wann sich eine neue Website wirklich lohnt
Nicht immer. Es gibt Fälle, in denen Ihr Geld anderswo besser aufgehoben ist, und wir sagen das im Erstgespräch auch.
| Ihre Situation | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|
| Sie haben Besucher, aber kaum Anfragen | Die bestehende Seite überarbeiten — meist fehlt Struktur, nicht Design |
| Sie haben kaum Besucher | Sichtbarkeit zuerst: Unternehmensprofil, SEO oder Ads |
| Ihre Seite lädt langsam oder wirkt veraltet | Relaunch — hier zahlt sich Neubau meist schnell aus |
| Sie haben noch gar keine Seite | Erst eine schlanke, gute Seite — nicht die große Lösung |
| Ihr Geschäft läuft rein über Empfehlung | Eine solide Visitenkarten-Seite genügt oft |
Der zweite Fall ist der häufigste und der am meisten missverstandene. Eine schönere Website bringt keine zusätzlichen Besucher — sie macht nur mehr aus denen, die ohnehin kommen. Wer bei fünfzig Besuchern im Monat eine neue Seite baut, hat danach eine schöne Seite mit fünfzig Besuchern.
Wie viele Besucher haben Sie heute im Monat, und wie viele Anfragen daraus? Wenn Sie das nicht wissen, ist die erste Investition kein Design, sondern eine funktionierende Messung. Ohne sie lässt sich hinterher nicht sagen, ob etwas gewirkt hat.
Was eine Website leisten muss, damit sie Kunden bringt
Zwischen „existiert" und „gewinnt Kunden" liegen vier Dinge. Keines davon ist Geschmackssache.
Erkennbar sein, was Sie tun — in drei Sekunden
Der häufigste Fehler auf Mittelstandsseiten ist die Begrüßung. „Herzlich willkommen auf unserer Webseite" sagt niemandem, was Sie anbieten und für wen. Oben gehört hin, was Sie tun, für wen, und was der Besucher als Nächstes tun soll.
Gefunden werden
Eine Seite ohne Sichtbarkeit ist ein Prospekt in der Schublade. Welche Begriffe Ihre Kundschaft eingibt, ob Ihre Seite dafür überhaupt eine Seite hat, ob sie schnell lädt — das entscheidet, ob jemand ankommt. Grundlagen dazu in unserem Local-SEO-Leitfaden.
Vertrauen erzeugen, bevor jemand anruft
Echte Projektbeispiele, echte Namen, echte Bewertungen. Ein Gesicht statt eines Stockfotos. Klare Preise oder wenigstens eine Größenordnung — Seiten, die den Preis verschweigen, verlieren genau die Interessenten, die sich ihn leisten könnten und keine Lust auf ein Verkaufsgespräch haben.
Den nächsten Schritt leicht machen
Ein Kontaktformular mit elf Pflichtfeldern ist eine Hürde, kein Angebot. Machen Sie den ersten Schritt so klein wie möglich: eine Telefonnummer, die auf dem Handy anrufbar ist, ein Terminlink, ein Formular mit drei Feldern.
Was das kostet
Damit Sie planen können, hier unsere tatsächlichen Preise statt einer Spanne von „1.000 bis 50.000 €":
| Leistung | Preis | Wofür sinnvoll |
|---|---|---|
| WordPress-Webseite | ab 1.990 € | Solider Auftritt, selbst pflegbar |
| Individuelles Webdesign | ab 2.490 € | Eigenständiger Auftritt statt Template |
| Umfangreiche Unternehmensseite | ab 4.990 € | Mehrere Leistungen, CMS, erweiterte SEO |
| Laufende SEO-Betreuung | ab 790 €/Monat | Wenn Sichtbarkeit dauerhaft wachsen soll |
Alle Preise sind Festpreise und Endpreise — gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Eine Einordnung für Ihren Fall gibt Ihnen unser Kosten-Rechner in vier Fragen.
Die Reihenfolge, die wir empfehlen
Wenn Sie bei null anfangen und begrenzte Zeit haben, in dieser Reihenfolge:
- Google-Unternehmensprofil vervollständigen. Kostet nichts, wirkt am schnellsten.
- Bewertungen systematisch einholen. Zehn echte Bewertungen verändern die Wahrnehmung mehr als jedes Design.
- Messung einrichten. Ohne Zahlen ist alles Weitere geraten.
- Die Website auf Anfragen ausrichten. Erst jetzt — und mit dem Wissen aus Schritt 3.
- Einen Sichtbarkeits-Kanal wählen. SEO für den Aufbau, Ads für sofortige Anfragen. Nicht beides halb.
Punkt eins bis drei können Sie ohne uns umsetzen, und das ist ausdrücklich so gemeint. Wenn Sie danach feststellen, dass die Website der Engpass ist, sprechen wir darüber.
