Wer Anzeigen schaltet, bezahlt jeden Klick. Ob daraus eine Anfrage wird, entscheidet die Seite, auf der der Besucher landet. Oft liegt es an dieser Seite und nicht an der Anzeige, wenn trotz Klicks kaum Anfragen kommen.
Wer eine Landingpage erstellen will, legt deshalb zuerst fest, was der Besucher am Ende tun soll. Alles andere auf der Seite richtet sich danach.
Was ist eine Landingpage, und was nicht?
Eine Landingpage ist eine eigens gebaute Seite mit einem einzigen Ziel. Der Besucher soll eine bestimmte Handlung ausführen, etwa eine Anfrage senden, einen Termin buchen, sich für einen Newsletter anmelden, etwas herunterladen oder kaufen.
Anders als eine normale Unterseite hat sie kein Hauptmenü, keine Seitenleiste und keinen Footer mit dutzenden Links. Jeder Abschnitt arbeitet auf das eine Ziel hin. Links zu Impressum und Datenschutzerklärung bleiben trotzdem Pflicht. Das Impressum muss nach § 5 DDG leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein, auch auf einer Landingpage. Ein kleiner Link im Seitenfuß genügt dafür.
Landingpage und Startseite im Vergleich
| Startseite | Landingpage | |
|---|---|---|
| Ziel | Überblick über das ganze Unternehmen, mehrere Ziele gleichzeitig | ein Angebot, eine Handlung |
| Navigation | Hauptmenü und viele Links zu Unterseiten | kein Hauptmenü; Links zu Impressum und Datenschutzerklärung bleiben Pflicht |
| Handlungsaufforderung | mehrere, je nach Bereich unterschiedlich | eine, die an mehreren Stellen wiederholt wird |
| Typische Besucherquelle | Markensuche, Direktaufruf, Empfehlung | Anzeige, Newsletter, Beitrag in sozialen Netzwerken |
Ob eine Landingpage besser konvertiert als Ihre Startseite, hängt von Angebot, Branche und Besucherquelle ab. Eine allgemeingültige Vergleichszahl gibt es nicht. Einen Richtwert für Landingpages finden Sie weiter unten bei der Frage nach einer guten Conversion-Rate.
In welcher Reihenfolge baut man eine Landingpage auf?
Üblich ist eine Reihenfolge aus sieben Bausteinen: oben Nutzen und Button, dann das Problem des Besuchers, Ihre Lösung, Belege, Details zum Angebot, Antworten auf Einwände und am Ende noch einmal der Button.
1. Der obere Bereich mit Überschrift, Unterzeile und Button
Der obere Bereich, oft Hero Section genannt, ist das, was ohne Scrollen zu sehen ist. Hier entscheidet sich, ob jemand bleibt. Microsoft Research hat 2010 die Verweildauer auf 205.873 Webseiten ausgewertet. Jakob Nielsen las 2011 daraus, dass viele Besucher nach 10 bis 20 Sekunden gehen und die ersten zehn Sekunden entscheiden. Die Messung ist alt und stammt aus der Zeit vor dem heutigen Smartphone-Web. Als genaue Zahl taugt sie nicht mehr, als Richtung schon.
In diesen Bereich gehören drei Dinge.
- Überschrift: Sie sagt, was der Besucher bekommt. Nicht „Willkommen bei [Firma]“, sondern zum Beispiel „Badsanierung aus einer Hand, mit Festpreis vor Baubeginn“. Nehmen Sie sich für diesen Satz mehr Zeit als für jeden anderen auf der Seite.
- Unterzeile: Sie macht die Überschrift konkret. Etwa „Ein Ansprechpartner für Fliesen, Sanitär und Elektrik. Besichtigungstermin innerhalb einer Woche.“ Schreiben Sie nur Zusagen hinein, die Sie auch einhalten.
- Button: Er sagt, was nach dem Klick passiert. „Kostenloses Erstgespräch vereinbaren“ sagt mehr als „Kontakt“.
Ein Bild oder Video dazu ist kein Muss, hilft aber, wenn es das Angebot zeigt. Eigene Fotos von Team, Werkstatt oder fertigem Ergebnis sagen mehr als Motive aus einer Bildagentur.
2. Das Problem des Besuchers beschreiben
Bevor Sie Ihre Lösung vorstellen, beschreiben Sie das Problem so, wie der Besucher es selbst erlebt. Wer sich darin wiedererkennt, liest weiter.
Schreiben Sie aus seiner Sicht und mit seinen Worten. Für einen Betrieb, der Anzeigen schaltet, könnte das so klingen: „Sie zahlen jeden Monat für Google Ads, aber das Kontaktformular bleibt leer.“ Ein Satz dieser Art reicht. Eine Kette rhetorischer Fragen wirkt schnell wie ein Verkaufsseminar.
3. Lösung und Nutzen zeigen
Stellen Sie danach Ihre Lösung vor, und zwar vom Ergebnis her statt von der Technik. Statt „Wir binden ein Buchungstool ein“ schreiben Sie „Ihre Kunden buchen den Termin selbst, auch abends und am Wochenende“. Bei Software ist dieser Wechsel von der Funktionsliste zum Ergebnis die eigentliche Arbeit. Wie eine Produktseite vom Problem her statt vom Modul her aufgebaut wird, beschreibt die Seite Webdesign für Softwareunternehmen.
Nennen Sie drei bis fünf Vorteile. Jeder sollte ein bestimmtes Problem des Besuchers lösen, nicht bloß eine Eigenschaft Ihres Angebots aufzählen.
4. Belege statt Behauptungen
Eine Behauptung wie „bester Service der Region“ überzeugt niemanden. Ein Beleg schon. Geeignet sind zum Beispiel diese.
- Kundenstimmen, die ein konkretes Ergebnis nennen, wörtlich und mit Namen, wenn der Kunde zugestimmt hat
- Logos von Kunden, die der Nennung zugestimmt haben
- Zahlen statt Adjektive, etwa die Zahl abgeschlossener Projekte oder eine Bewertungsnote mit der Zahl der Bewertungen dahinter
- Fallbeispiele mit einem messbaren Ergebnis
- Zertifikate und Auszeichnungen, die Sie tatsächlich besitzen
Setzen Sie die Belege in die Nähe des Buttons, dorthin, wo der Besucher gerade entscheidet.
Und der letzte Punkt der Liste ist ernst gemeint. Eine erfundene Partnerschaft oder eine geschönte Zahl ist irreführende Werbung und kann eine Abmahnung nach sich ziehen.
5. Das Angebot im Detail
Wer bis hierhin gelesen hat, will es genau wissen. Beschreiben Sie, was enthalten ist, wie der Ablauf aussieht, was der Kunde selbst beitragen muss und was als Nächstes passiert. Symbole, Checklisten oder eine kleine Vergleichstabelle machen das schnell erfassbar.
Nennen Sie auch den Preis oder wenigstens einen Ab-Preis. Wer ihn nicht findet, muss erst anfragen, um zu erfahren, ob er sich das Angebot leisten kann.
6. Einwände beantworten
Viele Besucher haben Bedenken, bevor sie anfragen. Bleibt eine davon offen, gehen viele lieber, als nachzufragen. Die üblichen Bedenken betreffen den Preis, die Dauer, ob das Angebot zum eigenen Betrieb passt und was passiert, wenn das Ergebnis nicht gefällt.
Ein kurzer Frage-Antwort-Bereich greift diese Punkte auf, bevor der Besucher sie stellen muss.
7. Der zweite Button am Seitenende
Am Ende der Seite wiederholen Sie die Handlungsaufforderung, mit einem Satz, der den Nutzen noch einmal zusammenfasst. „Kostenloses Erstgespräch buchen“ ist besser als ein nackter „Absenden“-Button.
Künstlichen Zeitdruck lassen Sie weg. Gegenüber Verbrauchern ist die unwahre Angabe, ein Angebot sei nur für sehr kurze Zeit verfügbar, um zu einer sofortigen Entscheidung zu drängen, nach dem Anhang zum UWG (Nr. 7) stets unzulässig. Auch gegenüber Firmenkunden kann eine falsche Angabe zur Verfügbarkeit irreführend sein (§ 5 UWG).
